Friedensfahrt, Etappe 1

Jetzt geht das wieder los. Diesmal Fahrtrichtung Ost. In die verpönte Himmelsrichtung. Da muss man gar nicht geografisch oder politisch werden. Mal egal, welches Kaff: Lieber ne Immobilie im Osten oder im Westen der Stadt? Am Osthang gar? Dort gibt’s nur Morgensonne, zu diesem Zeitpunkt sind viele von uns überhaupt nicht wach. Und haben daher keine Sonne. Am Nachmittag hocken sie dann im Schatten. Das mögen weder Mensch noch Wein.

Jetzt also Ehrenrettung mit dem Fahrrad. Mutig gen Osten.

Freund Bernhard erkundigte sich, ob ich ein Antibärenspray dabei hätte. Berechtigte Frage, immerhin muss man erstmal über die Ostalb und durch Bayern. Hinterhältigerweise wird vor Bären nicht gewarnt, nur vor Schafen. Die machen den Radweg dreckig. Das halten die Schwaben für gefährlich. Wenn überall Warnschilder aufgestellt wären, bevor man die Scheisse tritt.

Bei dieser Tour muss ich leider auf meine Radelcompagneros Michl Luz und Martin Reber verzichten. Also wieder die alte Aufstellung: Allein im Wind, gegen Wetter und Bären. Erste Station: Donauwörth. So zum moderaten Reingrooven ins Abenteuer. Die Bayern behaupten ja, das gehöre zu Schwaben. In seltenen Fällen darf man ihnen glauben. Wie es mir geht? Ach, frage nicht. Das Radlergold ist schon in Plochingen aus den Waden verschwunden.

Erkenntnis des Tages: Für ein herzhaften Zwischensprint brauch ich keinen Bären. Ein herzhaft zubeißender Pferdebrems reicht völlig. Au-a.

Fildern
Süssen
Schwäbisch Sibirien
Markt Bissingen
Ende Gelände

Plieningen – Donauwörth, 141 km, ca. 1300 Höhenmeter