Schöne Geste: Bereits am Achensee hat man mir ein Ziel aufgebaut. Aber ich bin nicht drauf reingefallen. Schließlich gab’s heute Rückenwindpremiere. Bin also wie Tom Dumoulin durch die Gluthitze des Zillertals geschnürt. Das gefällt mir schon besser: der Tourismus ist eine Industrie. Also ist jeder Hang mit einer Seilbahn oder Sommerrodelbahn verziert. Gerade ist aber Zwischensaison im Ballermann 6 für Familien. Dank Rückenwind hab ich nichts auszusetzen. Ich sitze in der ausgestorbenen Apresskifabrik, da gehöre ich als Touri auch hin. Im Stimmungssampler, der mich beschallt, ist jeder Refrain auf Zillertal personalisiert. Die Menschen sind freundlich. Spaziergänger grüßen sich grundsätzlich. Nur eins versteh ich nicht: Grüße ich mit „Servus“, sagt der Österreicher „Griasdi“. Gebe ich ein „Griasdi“, bekomme ich ein „Servus“ zurück. Immer ein anderer Gruß. Immer. Vorhin begegnete mir ein Mann mit Pizzakartons. Er: „Servus“. Ich: „Guten Appetit“. Es sind die kleinen Dinge. Erkenntnis des Tages: Rückenwind verändert die Welt. Ach, gerade spielt der Stimmungssampler Demis Roussos. Ganz ohne „Zillertal“.

120 km, ca. 1620 Höhenmeter

Bad Tölz
Achensee