Alle Äpfel noch dran. Das ist die gute Nachricht des Tages. Zusatzhinweis: Auch hinter dem ersten Stahlträger der Eisenbahnbrücke immer schön geduckt bleiben. Alle halbe Stunde kommt der Zug. Und zwar so plötzlich, dass vor lauter Schreck fast nicht nur mein Äpfel in die junge Töss flog. Nasser wär ich dabei übrigens nicht geworden. Ein Festtag für die Wasserkraft. Drei Jahre Energie an einem Tag. Anders ausgedrückt: Wenn mehr Forellen auf dem Radweg verkehren als Radfahrer, stimmt was mit dem Wetter nicht. Wir also im Slalom um die Viecher (oder waren es Schnecken, das konnte ich durch die nasse Brille nicht erkennen), nur wenig schneller als diese, und immer genau in die Richtung lenken, aus der das Wasser kommt. Von wegen warmer Regen. Bergauf geht’s gerade noch so. Bergab überhaupt nicht. Zumal die Wasserwand immer weniger Lufteinschüsse hatte. Steigungsregen vom Zürichsee her. Ich hatte die Strecke als Panoramastraße für Sonnenschein ausgesucht. Beim Bergabschwimmen nach Rapperswil drückte mir mir ein vorbeirauschender Brummi eine Mörderwelle in die Seite. Aber ehrlich: Nachdem ich die Big Wave ritt, war ich auch nicht feuchter als zuvor. Erst ab Kilometer 50 ging’s wieder wie von allein – als wir ins Zugabteil stiegen. Der Schalter, in dem wir das Ticket lösten, wurde hinter uns wegen Überschwemmung geschlossen. Nass bis auf die Windeln, nahmen wir tatsächlich den zweiten Teil der Etappe, den Klausenpass, aus dem Programm. Sonst wären uns Kiemen gewachsen. Im Hotelzimmer föhnte ich das Portemonnaie von innen. Ich möchte nicht mehr darüber reden. Erkenntnis des Tages: Auf die Redewendung „gegen den Strom schwimmen“ werde ich die nächsten Jahre verzichten. Nächstes Jahr nehmen wir das Tretboot, woll.

Tappa tre: Winterthur – Vierwaldstätter See
50 km
(nach Abbruch in Räti)

Im Zug von Räti an den Vierwaldstätter See
Der Tagesfilm von Michl