Vicenza

An diesem Platz (Beitragsbild) hatte ich um Fünf ein Date mit der attraktiven Giulia.

Noch am Morgen wellte ich über leichte Hügel in Richtung Bassano. Erst war ich zu viert. Dann allein. Dann zu tritt. Bassano immer viele Ciclista. Kein Wunder bei der schönen Strecke. Da mach ich gerne die Pace für die Einheimischen auf ihrer Genussrunde. Nach Bassano ging meine Kaffeefahrt weiter. Flach. Diesmal lutschte ich an einem freundlichen Hinterrad, das mit einem Dreißigerschnitt in meine Richtung schnürte. Meine Beine brauchen aktive Regeneration. Vicenza. Wieder Caffe. Danach noch lockere 40 km über die Colli Berici, eine harmlose Hügelkette südlich von Vicenza. Italien kann ja nicht ohne Berge, nicht mal in der Po-Ebene. Als gegen Drei der Asphalt fast brannte, flitzte ich hinein in die schönen Colli. Plötzlich stieg das kleine Sträßchen empor. Unvermittelt. Und zwar nicht irgendwie. Nee, oder… ? Bevor ich die ungefähre Prozentzahl taxierte, war meine Kaffeefahrt zu Ende. Da ging gar nichts mehr. Ich schob. S. C. H. O. B. In Stuttgart hätten sie Stäffele gebaut. Die Routine des Rouleurs sagte: Mach die Beine hier nicht kaputt. Der Atem sagte: Hier kommst du eh nicht anders hoch. Zieht mir also bitte einen runden Kilometer meiner Tour ab. Wann lerne ich endlich in der Streckenführung bei kleinen Hügeln die Nebenstraßen zu meiden?

Trotzdem erschien ich pünktlich zum Date. Giulia hatte natürlich Verspätung. Sie zeigte mir das blaue Zimmer ihres B&Bs (im großen Bild rechts). Dann schwirrte sie ab. Ich treff mich morgen in Verona mit meinem Freund Martin, der Bergziege. Nix Balkon.

Erkenntnis des Tages: Italien ist dort viel schöner, wo weniger Touristen sind. Zum Beispiel hier in Brendola. Und noch viel schöner in Savona, wo meine Tour enden wird.

Bassano del Grappa
Bassano del Grappa

Tappa Quattro: Quero – Brendola
150 km, ca. 600 Höhenmeter