Oberolang

Nicht immer im Tal pennen, hab ich mir gedacht. Auch mal oben bleiben. Jetzt genieße im Rifugio Auronzo die Aussicht auf die Drei Zinnen. Ihr ahnt den Fehler: Gaaaanz miese Steigung. „Duro?“ werde ich von Wanderern gefragt. „Un Po“, ächze ich im Vorbeischleichen. Beim letzten Giro hat noch Nibali gewonnen an den Tre Cime de Lavaredo. Heute hab ich wieder den Vorteil des Alleinefahrens genutzt. Bin klarer Sieger geworden. Da geht’s so hoch, du kannst nur in den Serpentinen fotografieren. Sonst keine Chance mehr in die Klicker zu kommen. Andererseits: Anhalten musst ich. Mit Gepäck nicht in einem Rutsch. Nicht ich. Und bitte nie wieder über Radfahrer mit Wampe lästern, die am Bike jedes Gramm sparen. Anders geht’s nicht. Und nach einmal hier hoch sollte die Wampe auch weg sein. Nach nur Acht Kilometer übrigens. Das nächste Mal buche ich trotzdem Degerloch. Oben bleiben ist ja eine Frage der Perspektive. Apropos allein: Die letzten beiden Tage wieder kein Ton meines Vergasers. Ehrenwort. Erkenntnis des Tages: Wetterapp löschen bringt‘s. Volles Kaiserwetter. Was muss ich eigentlich löschen, dass ich morgen wieder Kaiserbeine habe?

Dobbiaco
Aufstieg zum Refugio Auronzo
Refugio Auronzo

Tappa Due: Brunico – Tre Cime de Lavaredo
60 km, ca. 1800 Höhenmeter