Es sind schon komische Vögel, die mit dem Rad die Pässe hochschnaufen. Am Passo Rolle bin ich heute in guter Gesellschaft gewesen. Die meisten sind locker vorbeigezogen. In Predazzo hat man sich für den Marcialonga Cycling vorbereitet. Einige schlanke Breitensportler nutzten den Freitag um sich locker einzufahren. Der Herr auf dem Bild gehörte nicht dazu. Meine letzten Kilometer waren pure Vorfreude, diesen buntem Vogel auf der Passhöhe zu fotografieren, nachdem ich ihn in Profi-Manier passiert hatte. Motorradfahrer denken wohl von jedem Radler, er hätte nicht alle sortiert. Andersrum genau so. Ein Ober erklärte mir, dass nur die Ausländer so radverrückt wären. Die Italiener würden sich auf den Giro nur freuen, weil dann die Straßen wieder frisch gemacht würden. Sonst hätten sie es gar nicht so mit dem Radsport, die Italiener. Eine Stunde später machte er Feierabend. Er verließ das Lokal im Lederkombi. Zugeben: Steigung ist nicht die bevorzugte Straßenneigung der Azubi-Bergziege. Dafür entschädigte mich die Abfahrt. Im Grunde gings danach 50 Kilometer runter. Da macht der Pass seinem Namen alle Ehre. Erkenntnis des Tages: Die geübten Radfahrer überholen mich auch runter. Aber mal echt: Mein Gepäckmühle fängt im hohen Tempo vor der Zeit an zu vibrieren. Da kann ich Schenkel zusammenpressen wie ich will, ich, die unbunte Azubiziege.

87 km, ca. 2000 Höhenmeter

Predazzo
Passo Rolle
Straßenbauer Chalet
Passo Rolle
Fiera di Primiero
Feltre
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