Padova ist die Stadt der Rituale. Pilgerstätte. Die Menschen strömen zum heiligen San Antonio. Auch ich überbringe ihm die aktuell anliegenden Fürbitten. Er ist unter anderem für alles zuständig, was man wieder finden will. Meine persönlichen Padova-Rituale umfassen allerdings noch weitere Handlungen. Die Kult-Weinhandlung in der Via del Santo darf nicht fehlen. Dort haben wir damals unseren ersten (und meinen letzten) Marathon gefeiert, der von Padova nach Venedig führte. Dann latsche ich bedüselt rüber zur Osteria Ai Scarponi. Dass sie so heißt wie der jüngst verunglückte Giro-Sieger ist purer Zufall. Morgen früh nehme ich noch den Caffe gegenüber der Basilika, auch das schon lange rituell. Nur eines krieg ich nicht hin. Der rituelle Kauf des Trüffel-Risottos auf dem Markt fällt aus. Mit dem radioaktiven Gestank, der das ganze Auto ausfüllt, habe schon manche bemannte Zahlstelle in Ohnmacht versetzt. Aber diesmal habe ich gar kein Auto. Und zusätzliches Gewicht auf dem Rad geht auf keinen Fall. Erkenntnis des Tages: Flach ist geil. La Juve, schade eigentlich, hätte gerne mitgefeiert.

110 km, ca. 850 Höhenmeter

Valstagna
San Antonio di Padova