Puh, klarer Planungsfehler. 160 Kilometer sind mir zu viel nach einer Stadt, in der man einen Weinladen kennt. Egal, ob die Stecke eben bleibt oder nicht. Nur am Anfang schob der Wind. Ich schnitt durch die Hitze der Poebene. Zwischen Zwei und Viere war ich fast allein auf den Sträßchen. Aber ich genoss es nur kurz. Bald ahnte ich, warum keiner vor die Tür geht. Wenn der Asphalt brennt, fahren nur noch Touris Rad. Nach hundert Kilometern war ich platt. In Conacchia endlich die verdiente Pause. Auf der Suche nach einer Bar mit Verpflegung passierte ich eine Menschenmenge, die sich bei genauerem Hinsehen als Publikum für eine Kundgebung der Lega Nord entpuppte. Also schnell weiter. Zwei Ecken weiter stieß ich auf Kanäle und Gondeln. Und eine Bar mit Prodotti tipici. Super! Die Spezialität, die am dringlichsten beworben wurde, war ein Panino mit Anguillo. Wird schon ein guter Fisch sein, dachte ich mit meinen blauen Augen. Bin ja kulinarisch immer mit den Einheimischen. Das Schild mit der typischen Linie und dem Hinweis „Il Must“ fiel mir erst später auf. Bin mir nicht sicher, ob Aalbrötchen bei Ausdauersportlern als Powergel-Ersatz taugen. Sagen wir so: Das kann man schon essen, aber nicht, wenn du noch 50 Kilometer Zeit hast, den Geschmack beim Atmen immer wieder zu genießen. Erkenntnis des Tages: Selbst wenn Du platt bist, besser Hirn einschalten vor der Bestellung. Hatte kurz überlegt, ob die Köpfe nicht die eigentliche Delikatessen sind. Aber trotz meiner schwäbischer Herkunft drauf verzichtet, die „Aalkopf-Petersilie“ zu mampfen. Endlich mal eine richtige Entscheidung.

152 km, flach

Adrià

Massa Fiscaglia

 

Comacchio
Saline