Andere lassen sich flächige Tattoos stechen. Mein Giro di San Marino hat auch Spuren hinterlassen. Mal öfter an die Fingerchen denken beim Händewaschen. Die Finale Tappa führte mich zuerst wie Paris-Roubaix in der apulischen Variante über Steinwege, die hierzulande als normale Landstraßen eingetragen und ausgeschildert sind. Ich schlängelte mich durch die Olivenbäume und wich dem stacheligen Bewuchs am Wegesrand meistens aus. Später stellte ich auf Asphalt fest, dass die Holperpisten die Muskulatur effektiv lockern. Dementsprechend trat ich vor Bari nochmal in die Pedale, um die letzten Kilometer würdig zu pfeilen. Das mit dem Anfahren des Sprint Royale auf meinem persönlichen Champs-Élysées darf der Stadtverkehr in Bari bitteschön noch mal üben. Aber mal ehrlich: Die Sprintwertung hatte ich eh schon gewonnen. Also ordnete ich mich brav ein und benutzte meine eingebaute schwäbische Hupe nur sehr selten. Was auf dem Bild meiner Zeichnung allerdings fehlt, sind die Biere, die ich mit der eingeflogenen Liebsten sofort in Angriff nahm. Hossa, jetzt erstmal einige Giorni di Riposo. Diese werden extrem ereignislos verlaufen. Ehrenwort. Ich freu mich drauf.

Vielen lieben Dank an alle, die mich mit Likes und wertvollen Hilfestellungen salbungsvoll auf meinem Weg begleiteten. Es war mir eine feine Motivation und ein großes Vergnügen, einige wirre Gedanken, gegen die man sich im Sattel kaum wehren kann, auf diese Weise loszuwerden. Eine tolle Unterhaltung, die mir meinen dreiwöchigen Ausreißversuch aufs Wundervollste erhellte. Danke, Danke, Danke. Erkenntnis des Giro: Der Weg war schön. Das Ziel ist das Ziel.

71 km, ca. 200 Höhenmeter

Bari