Ternana

Bilderbuchtag, von Perugia auf der Landstraße der Sonne entgegen. Pittoresk wie ein kitschiges Bild in einem durchschnittlichen Hotelzimmer. Die Umbrer bauen ihre Straßen nicht im Tal, sondern über die Rücken der Hügel. 360-Grad-Idyll. Man weiß gar nicht wohin schauen, so schön. Doch dann trifft einen der Schlag, und man weiß es wieder: am besten schaut man auf die Schlaglöcher, die kommen so sicher wie die nächste Cafébar. Leben im Paradies. Will ich das? Könnte das langweilig werden? Bevor ich mir das überlege, erreiche ich das Etappenziel Terni. Städtebaulich toppt Terni unsere Metropolen Offenbach, Pforzheim und Bielefeld bei weitem. Wie es zu Terni kommen konnte, bleibt rätselhaft. Aber auch dort ist eine Bar und eine Weinflasche, in der kein Korken mehr steckt. Erkenntnis des Tages: Schöne Dörfer sollten drauf verzichten, am Ortseingang ihre Partnerschaft mit Melsungen auszuloben. Das ist so ernüchternd, wie ne schicke Italienerin, die zu einem alten Proll-Fettsack ins Auto steigt.

90 km, ca. 1020 Höhenmeter