Die Entscheidung für den spontanen Ruhetag verdanke ich auch Macerata. Von dem Flecken hatte ich zuvor noch nie gehört. Was in meinem Fall auch daran liegen mag, dass der örtliche Fußballklub nur eine Saison in der Serie B spielte, und zwar noch vor dem Weltkrieg. Aber der Flecken lag eben günstig auf der Route. Welch Überraschung! Die Stadt erstreckt sich wundervoll über einen langen Hügel. Für die Insider: Perugia geschrumpft. Innerhalb der riesigen Mauern sind so viele Caffebars und Osterien, die kann man in einem Tag gar nicht alle probesitzen. Macerata verhält sich zu Ancona wie Tübingen zu Stuttgart. Buchhandlungen und Copyshops überall. Die Fakultäten der Uni verteilen sich gleichmäßig über die Stadt. Die Studentinnen auch. Als einziger Touri versuche mich harmonisch ins Stadtbild einzufügen, versage allerdings schon beim Bartwuchs. Ein Besuch beim Barbiere unterhält mich den halben Vormittag. Als schnöder Trockenrasierer lerne ich, wie lang der Profi einschäumt. Die Waden… ach, ich bin doch kein Poser. Mit dieser Haltung bleibe ich dann doch ein Unicum unter den hiesigen Rennradstramplern. So viel Widerstand muss sein. Erkenntnis des Tages: Radfahren ist klasse. Geht aber auch ohne.

Macerata
Macerata
Macerata