Strahov

Auf der Prager Burg rennen sich die Touristen gegenseitig über den Haufen. Wenn die Busse ihre Gäste ausspucken, bekommt das ehrwürdige Straßenpflaster kaum noch Luft. Schaulustige müssen aufpassen, dass sie nicht von ungeübten Pedelecisten über den Haufen gefahren werden. Rikschas, Räder, Kleinbusse, Mini-Züge, Rollatoren – alle möglichen Verkehrsmittel sind vertreten. Touri-Tohuwabohu vom Feinsten.

Nur die wenigsten Gäste kommen auf die Idee, den Berg noch einige Höhenmeter hoch zu wandern. Die breite Straße hat nur eine große Serpentine. Sie reicht, um im der neuen touristischen Internationalen komplett zu entkommen. Die Sehenswürdigkeit, die oberhalb der Burg wartet, wird nur in wenigen Reiseführern verzeichnet. Trotzdem ist sie keine Kleinigkeit. Nichts weniger als das größte Stadion der Welt. Strahov. In den Zwanzigern gebaut, in den Fünfzigern zur Spartakiade-Größe ausgebaut. Der Stolz der Partei ist heute verfallen, aber auf eindrucksvolle Art und Weise. Eine Besichtigung, die sich lohnt, abseits aller empfohlenen Sehenswürdigkeiten. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Die großen Betonplatten liegen nicht mehr überall fest in ihren Verankerungen.

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