Man sollte fit sein, wenn man es mit den Bären in den Karpaten aufnehmen will. Die Fitness, das muss ich zugeben, geht mir gerade völlig ab. Eigentlich wollte ich noch bis nach Lemberg in die Ukraine strampeln, aber das Schöne am Alleingang ist eben, dass man auch allein beschließen kann, wann es gut ist. Die letzten fünf Etappen bleiben vorläufig im Planungszustand. Um die Karpatenausläufer und den Aufstieg in die Tatra ist es zwar schad, aber das geht eben nur, wenn der Körper mitmacht, und der wäre gerade maximal zur Büroarbeit geeignet. „Und Sport?“ hab ich immer die Ärzte gefragt, nachdem ich eine Diagnose bekam, die halbwegs harmlos war. Die Antwort war immer doof – und solche Antworten weiß ich inzwischen selbst. Außerdem soll das Reisen mit dem Rad gesunden Spaß machen. Aus den Etappenrennen steigen auch immer wieder Fahrer aus. Jetzt hat es eben auch mal mich erwischt. Keine Tränen, im Gegenteil. Reisen mit dem Rad ist purer Luxus. Auf dem Rad sieht man Landschaften, Dörfer und Hinterhöfe, die man sonst niemals entdeckt hätte. Und man ist auch wieder fort, bevor es muffig schmeckt. Vielen Dank an alle, die virtuell mitgeredet sind. Ich hoffe, ich konnte Eich mit dieser Friedensfahrt-Mini-Serie ein wenig unterhalten. Vielen Dank für die spontane Anfeuerung, die mich auf den unterschiedlichen Kanälen erreichte. Leider muss ich auf manche Pointen nun verzichten, zum Beispiel die Entdeckung von leichter, schmackhafter Landeskost. Aber so ist das mit der Friedensfahrt. Plötzlich war sie weg vom Fenster. Der Internationale Radsportverbandes hatte sie 2005 nicht in den. Kalender der ProTour aufgenommen. Diese Zurückstufung überlebte die Veranstaltung nicht. Unter anderem sprang Skoda als Sponsor ab. Die Marke tauchte wenig später bei der Tour de France auf. Die Rechte lagen zu diesem Zeitpunkt beim tschechischen Verband. Und der bekam nichts mehr auf die Reihe. Erkenntnis der Fahrt: Das Gefährlichste an dieser Reise war zweifellos der Ruhetag.