Zugegeben, ein Sonntag in Zilina zu verbringen, hatte ich nicht geplant. Beine, Kopf und Hintern haben jedoch eine Pause verdient. Der Ort ist zweifellos würdig, schließlich stammt Peter Sagan aus Zilina. Dreimaliger Weltmeister und siebenmaliger Gewinner des Grünen Trikots der Tour de France. Die Laudatio auf den großen Peto schenk ich mir an dieser Stelle. Inzwischen wohnt er in Monaco. Steuern sparen. Manchmal frage ich mich, in welchen Appartements die Leute wohnen, die alle angeblich nach Monaco gezogen sind. Was ich weiß: Ein Flächenland ist es nicht. Arg geräumig wird’s nicht sein. Grad die Promis, die selten da sind. Die können doch auch rechnen, mehr als ein paar Quadratmeter lohnen sich doch nicht – oder sind das alles Bobbeles? Ich könnte recherchieren… aber es ist Ruhetag. So blicke ich vom dritten Stock aus dem kleinen Zimmer des „Grand Hotel“ Zilina über die schmucklosen Dächer der Stadt und denke mir die Bucht dazu. Die Stadt scheint nicht gerade reich zu sein an kulturellen Angeboten. Aber Kultur war bereits gestern. MFK Zilina gegen AS Trencin 2:1. Dabei nahm ich mein Herz in die Hand, schritt an das „Bufet“ und orderte eine Klobasa. Obwohl ich weiß, dass Stadionwürste in dieser Region eine Herausforderung sind. In diesem Punkt mache ich jetzt final einen Haken an meine Vorurteile. Die hiesige Länderküche beruht auf Fett als Geschmacksträger. Ohne Fett kriegt man in nix, was schmeckt. Wer einen Geheimtipp hat, darf ihn mir gerne zurufen. Vielleicht mach ich etwas falsch hier bei der Bestellung. Aber kommt mir bitte nicht mit diesen zentnerschweren Knödeln, die das Teller füllen wie ein Wagenrad. Die schon so weiß aussehen, dass sie nur nach weiß schmecken können. Eigentlich komisch: Hier war doch auch K.u.K Monarchie. Wahrscheinlich wurde hier nur geerntet. Gekocht wurde dann in Wien. Die Wurst war übrigens lecker. Ich gebe zu: Mehr Ernährung war an diesem Abend nicht notwendig. Heute nur Salat. Ruhetag für alle Organe, bitte. Erkenntnis des Tages: Ruhetage sind gefährlich, man könnte sich glatt dran gewöhnen, unter anderem weil man ins Tagebuch wirres Zeugs schreiben darf.