Bei meinen Radtouren gibts ja nie so tolles Wetter wie im Winter. Während die Schneeglocken schwere Flocken aufs Kreuz bekommen, sitz ich hinter der Scheibe hinterm Bildschirm und male mir die kommenden Radtouren in den schönsten Farben aus. Ich klick mich durch die üblichen Planungsportale, die inzwischen mit prächtigen Bildern versehen sind. Überall purer Sonnenschein. Wenn das kein Zufall ist. In meinem Planungshirn synaptischer Optimismus pur: Frisch geteerte Wege, superfitte Beine, kein bißchen Gegenwind, null Formschwäche. Meine Mitfahrer arbeiten wohl bereits an der Fitness. Mein Freund Martin trainiert indoor. Dessen Hauskatze ist ob seiner Strampelei schon ganz kirre. Dieses Jahr hab ich viel vor, da ist Vorsicht angebracht. Nicht, dass ich mich bereits im Frühjahrstraining verausgabe. Wenn keine Hüftleiden dazwischen kommt, geht’s mit Sportsfreund Grüne zur Ronde nach Belgien, mit Sportsfreund Michl per Kaffeefahrt durch die Alpen und mit dem Martin durchs Flachland an der französisch-spanischen Grenze. Danach guck ich wahrscheinlich so verstört aus der Wäsche wie Martins Katze. Erkenntnis des Tages: Schon die erste Tour nach Belgien wird mir alles abverlangen. Freund Hardy hat mir neulich eine Seite gezeigt, über die ich nicht hinwegkomme. Schaut unter #Uglybelgianhouses. Bei Tumblr sind feine Bildunterschriften gesetzt. Ich kann jetzt schon nicht mehr. Wie soll ich da bitte radfahren?