Albula

Die Jungs aus den Zimmern Zwerg und Schmetterling flogen heute den Albula hinauf. Soll ja einer der schönsten Pässe der Alpen sein. Das liegt neben feinsten Bergpanoramika auch daran, dass sich parallel die rätische Bahn mit ihren imposanten Brücken hinaufwindet, in Tunneln verschwindet und plötzlich ein paar Meter höher wieder aus dem Berg rausguckt. Diese Verschwindemagie beherrschten wir leider nicht. Habe manche Zauberworte gesprochen („scheißsteil hier“ „Koanemme“ „leckmiamarsch“). Nichts davon funktionierte. So keuchten wir eben die schöne Passstraße hoch. Zauberhaft. Ohne Zauberkraft.

Trotzdem kein Grund zu meckern, schließlich hatten wir den Pass für uns alleine. Keine Autos. Keine Motorräder. Ein Bus blieb in einer engen Kehre stecken. Wenden unmöglich. Die schwedische Kaffeefahrt durfte sich die engen Stellen also grad nochmal rückwärts anschauen. Gaaanz langsam, weil‘s so schön war. Während der mehr als dreistündigen Rangierübung war der Albula exklusiv Zwerg und Schmetterling vorbehalten. Wir flogen Schlangenlinie vor Freude. Natürlich nahm ich ein schadenfreudiges Papparazzifoto. Radfahrer sind halt auch keine besseren Menschen. Rein aus Respekt vor der Leistung des Fahrers biete ich allen Freunden hiermit eine Wette an. Wer mit einem Reisebus rückwärts den Albula runter manövriert, kriegt von mir 5 Franken.

Erkenntnis des Tages: Schöne Pässe sind eben so kräftezehrend wie hässliche.

Passhöhe
Bergün

 

 

 

 

 

 

 

 

Zweite Etappe Versam – Zouz:
70 km, ca. 2.200 Höhenmeter