Einer der schönsten Momente, die ich im Zusammenhang mit dem Buch genießen durfte, erlebte ich neulich im Albgaustadion in Ettlingen bei Karlsruhe. Schon als ich die Geschichte recherchierte, kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Ich hatte erfahren, dass in den siebziger Jahren ein Mann ein Stadion im Alleingang gebaut hatte. 1o Jahre schuftete er im Albgaustadion, freiwillig, und ohne, dass er fremde Hilfe in Anspruch nahm. Als wäre das nicht schon skurril genug, gab es eine weitere Überraschung. Ich konnte den Mann noch zu seinem Werk befragen. Albert Olbrechts ist eben ein solch zäher Bursche, dass ihm der normale Alterungsprozess nichts anhaben kann. Inzwischen ist er genau 100 Jahre alt – und putzmunter.

Während inzwischen schon junge Familien beim Wohnungskauf überlegen, ob die Wohnung wohl seniorengerecht sei, lebt die Familie Olbrechts wie selbstverständlich im ersten Stock. Als mit wir mit dem Stadionbauer aufbrachen, hüpfte er die Stufen hinab, dass ich mein Hüftschaden Mühe hatte zu folgen. Im StadOlbrechts2 (3 von 3)ion angekommen, glänzten seine Augen. Zum einen lag sein Werk wunderbar in der Herbstsonne. Zum anderen strahlte die neue Tartanbahn. Der ehemalige Marathonläufer und deutsche Seniorenmeister lief gleich einige Meter im Laufschritt über die Bahn. Freilich immer mit den Händen am Rollator – das sie zur Beruhigung derjeniger erwähnt, die schon in jungen Jahren nicht auf diese Gehilfe verzichten können.

Die Geschichte des Mannes, der ein Stadion alleine gebaut hatte, wird in der nächsten Ausgabe von 11Freunde aufgegriffen. Die Long Version, die die Lebensgeschichte von Albert Olbrechts nachzeichnet, gibt’s natürlich exklusiv in „Heimspiele Baden-Württemberg“. Ich freue mich jetzt schon auf die Portraits von Janek Stroisch, die er gestern im Albgaustadion schoss.