Mensch und Maschine hatten einen Ruhetag dringend nötig. Man könnte es im Giro-Speech auch als Bergzeitfahren verkaufen. Wenn ich mich in Chieti Alto einquartiere, ist es Ehrensache, dass alle drei Bici-Spezialisten unten in Chieti Scalo sind. Höhenunterschied wie Schwäbische Alb. Aber mein Bike wieder wie neu. Achter raus. Neue Bremsbeläge. Neu bereift. Saubere Sache, gerichtet vom Spezialisten Ivan Capone. Name wie Mafia. Mundwerk wie Italia. Preise fast umsonst. Als ich zahle, bemerkt die Thekengesprächsrunde meinen Handschuhabdruck. Arm braun. Hand kalk. Finger braun. Das verrät den Deutschen. Rauf nach Chieti Scalo fahr ich doppelt so schnell wie gestern. Frische Beine, ohne Gepäck. Man soll ja auch am Ruhetag die Haxen lockern. Am Abend sitze ich in der Piazza und staune, welche Vorspeisenplatte man mit einem Lächeln zu einem einzelnen Spritz bekommt. Acht verschiedene Häppchen. Mit Dip. Weil ich es aus La Concha Stuttgart anders gewohnt bin, geh ich noch eine Bar weiter. Dorthin, wo man ordentlich angeraunzt wird, wenn man einen schmucklosen Wein haben möchte. Lecce? Hab ich irgendwann was von Lecce fantasiert? Kann mich nicht mehr erinnern. Erkenntnis des Tages: Bari ist auch Apulien. Das reicht völlig. Sind noch dreieinhalb Etappen, wenn weiterhin alles klar geht. Hicks.

10 km, ca. 240 Höhenmeter

Chieti