Dem kritischen Fußballpublikum sei diese Veranstaltung wärmstens empfohlen. Sie ist ganz kurzfristig auf den Terminkalender gekommen. Ich freue mich auf Ronny Blaschke und Dr. Stephan Kaußen.

  • Fanprojekt Stuttgart, Hauptstätter Straße 41 (neben Immer Beer Herzen)
  • Mittwoch, 6. Juni 2018, 19.00 Uhr

Hier die „offizielle“ Pressemitteilung:

Vor der WM in Russland: Spielwiese Menschenrechte

Kann eine Weltmeisterschaft ein Gastgeberland nach vorne bringen oder bleibt dies nur eine sportpolitische Wunschvorstellung? Vielleicht ist das Gegenteil der Fall. Wenn die Versammlungsfreiheit eingeschränkt wird, Einwohner vertrieben werden und Bauarbeiter auf Baustellen zu Tode kommen, darf man das gute Verhältnis von Sport und Ethik in Zweifel ziehen. Die Wirkung eines sportlichen Großevents auf die Zivilgesellschaft eines Landes steht im Mittelpunkt des Vortrags- und Diskussionsabends im Fanprojekt Stuttgart. Zu Gast sind mit Ronny Blaschke und Dr. Stephan Kaußen zwei anerkannte Experten, die sich schon seit Jahren mit gesellschaftlichen und politischen Wirkungen von Megaevents befassen. 

Ronny Blaschke

Autor und Sportjournalist Ronny Blaschke beschäftigt sich vor allem mit ethischen Gesichtspunkten im Sport. Er schreibt an gegen Gewalt und Menschenfeindlichkeit. Für sein Engagement gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus wurde er 2013 vom DFB  mit dem Julius-Hirsch-Preis ausgezeichnet. Ronny Blaschke tourt seit Beginn des Jahres mit seinem Vortrag durch Deutschland. Mit seinem Bericht von der „Spielwiese Menschenrechte“ wird er die Diskussion eröffnen. Darin thematisiert er unter anderem die Aushöhlung von Menschenrechten und den Schutz von Minderheiten. Andererseits stellt er die Frage, ob Kritik auf Basis eines eurozentristischen Weltbilds überhaupt legitim erscheint.

Stephan Kaußen

Danach wird Dr. Stephan Kaußen von seinen vielfältigen Erfahrungen auf großen Turnieren berichten. Kaußen hat viele Berufe, er arbeitet unter anderem als Dozent, Politikwissenschaftler und Sportreporter. Fußballfans kennen seine Stimme aus der legendären Bundesliga-Konferenz der ARD Radiosender. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt allerdings außerhalb der Bundesliga: in Südafrika. Er schrieb unter anderem über den Beitrag des Sports zur Versöhnungspolitik im ehemaligen Apartheidstaat und analysierte den gesellschaftlichen und politischen Wandel. Kaußen kann am Beispiel Südafrika die Auswirkungen einer Weltmeisterschaft einschätzen. Auch die anderen Europa- und Weltmeisterschaften der letzten Jahre hat Kaußen aus Fanperspektive erlebt und wird von seinen Erfahrungen berichten.

Der Abend wird veranstaltet vom Fanprojekt Stuttgart mit Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die Moderation hat Bernd Sautter. Die Veranstaltung beginnt am 19 Uhr in den Räumen des Fanprojekts Stuttgart in der Hauptstätter Straße 41. Der Eintritt ist frei.

 

Bayern ist so toll, dass man es kaum aushält. Sanfte Hügel vor Alpenkulisse, sauber geteerte Landsträßchen, Trachtenparaden vor der Kirche, viele Menschen sausen auf Aufsitzrasenmähern durch ihre Vorgärten. Bin ja auch selbst schuld, wenn ich samstags die Landstriche quere, die in den Reiseführern empfohlen sind. Das ist wirklich schön, aber auch ein bißchen puppenstubig. Drum reisen so viele hier her. Am Ufer des Starnberger Sees trifft sich der Cadillac-Club. Er hat sich ein Partyschiff gemietet. Ich bin froh, dass die stinkenden Egoflundern schon auf dem Parkplatz standen. Der Musikgeschmack des Clubs weht am Ufer entlang. Not my cup of tea. Weil ich nicht alles so prall finde, hat König Ludwig von oben super wirksame Sonnenstrahlen geschickt. Extra für mich. Erkenntnis des Tages: Beim Eincremen niemals die Waden, sorry, Waderln, vergessen.

Ammersee

Der erste und wichtigste Entscheidung bei einem Buch ist immer der Titel. Dieser Titel wird von einem weisen Expertengremium bestimmt, das der Verlag eigens zusammengestellt hat. An diesem runden Tisch sitzen alle, die mit dem Verkauf des Buches zu tun haben, also Lektoren, der Programmchef, die Obersten des Verlages und auch Buchhändler werden dazu geladen. Nur einer nicht. Der Autor. Der würde nur stören. Denn der Verlag weiß, was sich verkauft, und was nicht. Und da ist es gut, wenn der Autor, dieser verschrobene Künstler, draußen bleibt. Dann können die Experten in Ruhe entscheiden. Und das haben sie getan.

„Heimspiele“ wird der Titel sein, unter dem das Buch in den Buchhandlungen und im Netz zu finden sein wird. Bon.

Der sperrige Arbeitstitel „90 Fußballplätze in Baden-Württemberg und ihre Geschichten“, mit dem ich jetzt fast zwei Jahre vor mich hin gearbeitet hatte, wird entschlossen in die Subline weggelobt. So sei es. Einverstanden. Richtige Entscheidung. Applaus vom Autor.

Fassen wir also zusammen: Mitte Oktober wird ein Werk auf den Markt kommen, das sich in die Kategorie „Populäres Sachbuch“ einreihen wird. Der Umfang wird mit ungefähr 300 Seiten angeben, es ist fast DIN A4 groß, also ein halbes Telefonbuch, vom Umfang her.  Im Gegensatz zum Telefonbuch hat es aber ein feines Hardcover und einem Preisschild auf dem 29,90 Euro drauf steht. Für ein so umfassendes Werk darf so ein Preis schon mal drin sein, oder nicht? Hoffentlich widerspricht jetzt niemand.

Wie gesagt: ab Oktober im gut geführten Buchhandel.