Lang ist’s her, da fanden in Herrenberg noch Fußballländerspiele statt. Tatsächlich: echte Länderspiele, in Herrenberg, im Fußball.  Zweimal Deutschland gegen Holland. Einmal Deutschland gegen Österreich. Wirklich, kein Witz. Das ist nur schon arg lange her. Aber diese Begegnungen sind heute noch extrem bemerkenswert. Sie stehen als Sinnbild dafür, dass sich Kommerz und gesellschaftlicher Fortschritt nicht ausschließen. Muss man deshalb ein Plädoyer für Kommerz im Sport halten? Sicher nicht. Aber ich will nicht zu viel verraten, von dem, was ich in Herrenberg erzählen will. Nicht an dieser Stelle. Pointe vorwegnehmen gehört sich nicht.

„Schneller, höher, kommerzieller – Wird der wahre Sport langsam zur Ware Sport?“ Darüber darf ich sprechen beim SportTalk 24 der Sportregion Stuttgart. Nach meinen einleitenden Worten werden sich Thomas Sprißler (OB Herrenberg), Matthias Schöck (Präsident wfv), Hans Artschwager (DHB Vize) und Claus Vogt (Präsi FC PlayFair!) die Köpfe heiß reden, wieviel Kommerz im Sport noch gut tut – und wann es einfach zu viel wird. Ich freue mich darauf, die Runde in Schwung zu bringen.

Habe die Ehre:
SportTalk24
8. November 2018, 19,oo Uhr
Mensa im Markweg-Schulzentrum     Schießtäle 33    71083 Herrenberg

 

 

 

 

Michael Wulzinger und Rafael Buschmann sind die treibenden Kräfte hinter den Football Leaks. Wer durch dieses Datenleck schaut, entdeckt die dunkle Seite des Profigeschäfts. Der Whistleblower John hat dem Magazin Spiegel 18,6 Mio Dokumente übergeben, Verträge, Vereinbarungen und Absprachen, die zeigen, dass für die Akteure im Fußball, Moral und Gesetz kaum gelten. Im Buch Football Leaks haben Buschmann und Wulzinger die Fakten gesammelt. Daraus ergeben sich spannende Fragen, unter anderem:

  • Wie fräst man sich durch ein solchen Berg an Dokumenten?
  • Wie abenteuerlich ist es, das Leck zu erforschen? Gefährlich gar?
  • Wie geht’s dem Whistleblower heute?
  • Müssen wir endgültig unseren Glauben ans Gute im Profifußball begraben?

Diese und andere Fragen darf ich an Michael Wulzinger weiterreichen. Neben einigen spannenden Passagen aus seinem Buch erwartet uns eine spannende Diskussion. Und ganz eventuell… sprechen wir auch über eine weitere aktuelle Enthüllung des Football Leaks Teams.

Meine Empfehlung:

Football Leaks live mit Michael Wulzinger
6.12, 19.30 Uhr
Fanprojekt Stuttgart, Hauptstätter Str. 41,
neben Immer Beer Herzen

Wir sehen uns. Habe die Ehre.

Volle Hütte bei der Lesung der Wochenendrebellen im Fanprojekt Stuttgart.

Es gibt Regeln. Unglaublich viele Regeln, seltsame Regeln, belastende Regeln. Bei einer Lesung der Wochenendrebellen sind sie noch verhältnismäßig harmlos. Erstens: Das Publikum stimmt ab, welcher Text gelesen wird. Zweitens: Jason ist der Wahlleiter. Wenn er zu keinem vernünftigen Ergebnis kommt, annulliert er das Ergebnis und setzt Neuwahlen an. Drittens: In der Fragerunde muss eine Frage zum Thema „Nachtzüge“ gestellt werden. Jason findet Nachtzüge klasse.

Jason, geboren 2005, ist Autist und seit seinem sechsten Lebensjahr mit seinem Vater unterwegs in den Fußballstadien Deutschlands und des benachbarten Auslands. Sein Vater Mirco von Juterczenka war anfangs der Reiseleiter des Vater-Sohn-Groundhoppingteams. Längst kann er sich seiner Rolle als Reiseleiter nicht mehr sicher sein. Im Grunde hat Jason die Organisation übernommen. Ursprünglich sollte es nur darum gehen, dem Jungen einen Lieblings-Fußballverein zu suchen. Doch nach und nach bekommen ihre Touren eine tiefere Bedeutung. Was ursprünglich dem Sohn als Erlebnisarchiv und Gedächtnisstütze dienen sollte, entwickelt sich schnell zu einem Lebensprojekt: Die vielen peinlichen, lustigen, lehrreichen, ernüchternden, teils erschütternden und nachdenklich machenden Erlebnisse und Erkenntnisse finden online eine ungeahnte und stets wachsende Schar von Fans. Auch bei der Lesung im Stuttgarter Fanprojekt wurde dies deutlich. Die Hütte in der Hauptstätter Straße war proppenvoll.

So wie Jason kein normaler Sohn ist, war der Abend keine normale Lesung. Gut so. Die Besucher waren zu Gast bei den von Juterczenkas, deren männliche Teile am Podium munter miteinander diskutierten. Die Gäste im Fanprojekt nahmen Teil am alltäglichen Leben einer Familie, die es gewohnt ist mit einem Sohn zu leben, der Asperger-Autist ist. Hochintelligent selbstverständlich. In Quantenphysik und Chaostheorie allen anderen weit voraus. Dafür in einigen anderen Dingen des Leben etwas eigen. Zu den Symptomen des Asperger-Syndroms gehört unter anderem ein Unverständnis für zwischenmenschliche Gefühle und ausgeprägte Sonderinteressen. Jason will nur ungern berührt werden. Er mag Fußball und Nachtzüge. Und er besteht darauf, dass alles korrekt abläuft. Das gehört zu den Regeln. Darum unterbricht er seinen Vater ständig und stellt kleine Unsauberkeiten in den Formulierungen von Mirco sofort richtig.

Damit sorgen Jason und Mirco zwei Stunden für beste Unterhaltung. Lehrreich und amüsant zugleich. Und am Ende legen die Beiden ihr wichtigstes Anliegen so überzeugend dar, dass ein stolzer Betrag für die Neven-Subutic-Stiftung im Spendenkässchen landet. Denn auch das gehört zu den Regeln: Mit ihren Lesungen wollen die Wochenendrebellen kein Geld verdienen. Jason hat beschlossen, Brunnen für Afrika zu finanzieren. Inklusive sanitäre Anlagen. Mehr als 25.000 Euro benötigt er dafür. Auch darum wird ein Besuch von weiteren Lesungen der Wochenendrebellen ausdrücklich empfohlen. Weitere Infos unter www.wochenendrebellen.de

Nächste Lesung im Fanprojekt Stuttgart:
Michael Wulzinger, Co-Autor „Football Leaks – die schmutzigen Geschäfte im Fußball“, 6.12.2018

 

 

Dem kritischen Fußballpublikum sei diese Veranstaltung wärmstens empfohlen. Sie ist ganz kurzfristig auf den Terminkalender gekommen. Ich freue mich auf Ronny Blaschke und Dr. Stephan Kaußen.

  • Fanprojekt Stuttgart, Hauptstätter Straße 41 (neben Immer Beer Herzen)
  • Mittwoch, 6. Juni 2018, 19.00 Uhr

Hier die „offizielle“ Pressemitteilung:

Vor der WM in Russland: Spielwiese Menschenrechte

Kann eine Weltmeisterschaft ein Gastgeberland nach vorne bringen oder bleibt dies nur eine sportpolitische Wunschvorstellung? Vielleicht ist das Gegenteil der Fall. Wenn die Versammlungsfreiheit eingeschränkt wird, Einwohner vertrieben werden und Bauarbeiter auf Baustellen zu Tode kommen, darf man das gute Verhältnis von Sport und Ethik in Zweifel ziehen. Die Wirkung eines sportlichen Großevents auf die Zivilgesellschaft eines Landes steht im Mittelpunkt des Vortrags- und Diskussionsabends im Fanprojekt Stuttgart. Zu Gast sind mit Ronny Blaschke und Dr. Stephan Kaußen zwei anerkannte Experten, die sich schon seit Jahren mit gesellschaftlichen und politischen Wirkungen von Megaevents befassen. 

Ronny Blaschke

Autor und Sportjournalist Ronny Blaschke beschäftigt sich vor allem mit ethischen Gesichtspunkten im Sport. Er schreibt an gegen Gewalt und Menschenfeindlichkeit. Für sein Engagement gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus wurde er 2013 vom DFB  mit dem Julius-Hirsch-Preis ausgezeichnet. Ronny Blaschke tourt seit Beginn des Jahres mit seinem Vortrag durch Deutschland. Mit seinem Bericht von der „Spielwiese Menschenrechte“ wird er die Diskussion eröffnen. Darin thematisiert er unter anderem die Aushöhlung von Menschenrechten und den Schutz von Minderheiten. Andererseits stellt er die Frage, ob Kritik auf Basis eines eurozentristischen Weltbilds überhaupt legitim erscheint.

Stephan Kaußen

Danach wird Dr. Stephan Kaußen von seinen vielfältigen Erfahrungen auf großen Turnieren berichten. Kaußen hat viele Berufe, er arbeitet unter anderem als Dozent, Politikwissenschaftler und Sportreporter. Fußballfans kennen seine Stimme aus der legendären Bundesliga-Konferenz der ARD Radiosender. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt allerdings außerhalb der Bundesliga: in Südafrika. Er schrieb unter anderem über den Beitrag des Sports zur Versöhnungspolitik im ehemaligen Apartheidstaat und analysierte den gesellschaftlichen und politischen Wandel. Kaußen kann am Beispiel Südafrika die Auswirkungen einer Weltmeisterschaft einschätzen. Auch die anderen Europa- und Weltmeisterschaften der letzten Jahre hat Kaußen aus Fanperspektive erlebt und wird von seinen Erfahrungen berichten.

Der Abend wird veranstaltet vom Fanprojekt Stuttgart mit Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die Moderation hat Bernd Sautter. Die Veranstaltung beginnt am 19 Uhr in den Räumen des Fanprojekts Stuttgart in der Hauptstätter Straße 41. Der Eintritt ist frei.

 

Extremst feiner Podcast für VfB-Fans: der Brustringtalk. Wer anderthalb Stunden Zeit hat, kann nachvollziehen, warum wir uns verplappert haben. Erst entdeckten wir unsere Seelenverwandtschaft – und zu Schluß die Liebe. Ich betone allerdings, dass Frau Aogo damit rein gar nichts zu tun hat.

Zum Brustringtalk – der VfB Podcast
Folge 36 vom 4. Januar 2018

Unter anderem enthalten:

  • Rückblick auf die Hinrunde der Saison 2017/2018
  • Entlassung von Jan Schindelmeiser
  • Die Transfers von Akolo, Badstuber, Aogo, Beck und Ascacibar.
  • Die Rolle des Trainers Hannes Wolf
  • Das Nicht-Fritzle-II Mario Gomez
  • Der Ausblick aus die Rückrunde
  • und einige Gedanken zu 50+1 und die Ausgliederung des VfB

 

Zur Lesung im Deutschen Fleischermuseum in Böblingen gestalte ich mit Christian Baudisch einen Abend rund ums Thema Stadionwurst. Die BZ/SZ wollte bereits im Vorfeld wissen, was eine gute Stadionwurst ausmacht. Jürgen „Willi“ Wegner stellte die Fragen.

Wo gibt es die beste Stadionwurst?

Bernd Sautter: „Ganz konkret bei den Blauen. Da heißt sie auch ‘Blaue’ und nicht ‘Rote’. Die ist genau nach meinem Geschmack. Und das ist das Entscheidende: Jede einzelne Stadionwurst ist eine reine Geschmackssache.“

Was macht eine gute Stadionwurst aus?

Bernd Sautter: „Sie kommt von der Holzkohle und wird – ganz wichtig – auf Augenhöhe gegrillt. Hier kann ich auf den Grill schauen. Nur dann sehe ich, welche Wurst ich haben will. Die beste bekommt man kurz vor und nach dem Spiel oder in der Halbzeit. Dann ist sie besonders frisch.“

Die millionenschweren Clubs sollten eigentlich am meisten Kohle für eine gute Stadionwurst haben.

Bernd Sautter: „Das Gegenteil ist der Fall. Je höher die Liga und je mehr Kohle damit im Spiel ist, desto schlechter die Wurst. Wenn Systemgastronomen im Spiel sind, wird es furchtbar. Außen schwarz und innen nicht durch. Da muss man sich nur einmal das Stadion anschauen, das früher einmal Neckarstadion hieß. Am schlimmsten ist die Halbzeitwurst im Vip-Bereich. Die Haut ähnelt der einer 130-jährigen Oma. Einfach furchtbar und symbolisch dafür, was passiert, wenn der kommerzielle Aspekt in der Welt der Bezahlkarten und Einlasskontrollen jede Fankultur überholt.“

Ist die Stadionwurst somit ein Gradmesser dafür, ob die Fußballwelt noch heil ist?

Bernd Sautter: „Ja, und dafür gibt es wunderbare Beispiele. Der 1. FC Heidenheim ist so eins. Als der kometenhafte Aufstieg begann und der Stadionausbau anstand, hat der Architekt seinen Entwurf gezeigt. Auf diesem fehlte die alte Wurstbude. Geschäftsführer Holger Sanwald sprach ein Machtwort und meinte, man kann doch die Seele des Vereins nicht abreißen. Deshalb wurde das Stadion rund um die Wurstbude gebaut, die auch heute noch da steht. Heidenheim steht also völlig zu Unrecht unter dem Verdacht ein Retortenclub zu sein.“

Sie werden am Freitag sicher noch mehr solcher bunter Themen servieren. Aber um bei der Kulinarik zu bleiben: Wie stehen wir denn im internationalen Vergleich da?

Bernd Sautter: „sehr gut. Es ist wie immer. Wenn Deutsche etwas machen, dann richtig. Eine ähnlich gute Stadionwurst gibt es vielleicht in der Schweiz. Allerdings habe ich in Aarau mit 8,60 Franken die teuerste meines Lebens bezahlt.“

Wo war es besonders schlimm?

Bernd Sautter: „In Prag. Beim Stadtderby Slavia gegen Sparta gab es einen Fettklumpen, der auch noch etwas von einer Blutwurst hatte. Bei der Rückfahrt am Tag danach musste ich hinter der Grenze immer noch aufstoßen und bekam noch einmal das Aroma vom Vortag. Bei allem kulinarischen Offensivdrang, das war wirklich zu viel.“

Gibt es eigentlich überall Stadionwürste?

Bernd Sautter: „nein. Sie sind begrenzt auf die deutschsprachigen und ein paar östliche Nachbarländer.“

Was essen die anderen?

Bernd Sautter: „Die Spanier bringen ihre Bocadillos mit, auch in Italien gibt es belegte Brötchen. Ich erinnere mich wenig begeistert an die Pljeskavica auf dem Balkan, eine Art halbrohes Fleischküchle mit reichlich Zwiebeln, Knoblauch, viel Ketchup und Mayo. Ach so, und dann gibt es auch noch diese Sonnenblumenkerne.“

Sind Sonnenblumenkerne spektakulär?

Bernd Sautter: „Manchmal schon. Ich saß in Valencia im Stadion, als 40 000 Menschen gleichzeitig auf den Kernen gekaut haben. Das hat genau so wie Feuer geknistert, ich habe gesucht, wo es brennt.“

Wir haben gelernt, dass die besten Würste bei den Blauen auf dem Grill liegen. Darf man das sagen als bekennender Roter?

Bernd Sautter: „ja. Und ich bin tiefrot. Mein erstes Spiel im Stadion war das 3:3 gegen die Bayern nach dem Wiederaufstieg 1977. Nick Hornby hat mal geschrieben, du kannst vielleicht deine Frau wechseln, aber nicht den Club. Das stimmt, auch wenn das neben Freud auch Leid mit sich bringt.“

Das liegt manchmal eng beieinander.

Bernd Sautter: „ja. 1992 war ich nach der sensationellen Meisterschaft in Leverkusen auf dem Rasen, habe ein Stück davon mitgenommen. Mein Kumpel wollte diesen in einen Briefbeschwerer eingießen und hat ihn für zwei Monate in den Kühlschrank gelegt. Seine Mutter hat wohl nicht richtig verstanden, worum es hier ging. Sie hat den Rasen einfach rausgeschmissen.“

Der VfB scheint immer eine Geschichte wert. Verraten Sie doch mal, wo es rund ums Stadion eine gute Stadionwurst gibt.

Bernd Sautter: „Ich behaupte: gar nicht. Wenn es irgendwo sein muss, dann beim PSV – aber bitte hier darauf achten, dass man sich auf Augenhöhe begegnet.“

Da war selbst Gilbert Gress überrascht. Er hätte gedacht, in Stuttgart würde ihn niemand mehr kennen. Weit gefehlt. Die Szenekneipe fischlabor war schon eine Woche vor dem „Heimspiel mit Gilbert Gress“ völlig überreserviert. Hinterher sprach Mike der Wirt von einem der schönsten Abenden, die sein Laden je erlebt hatte. Und sogar Gress selbst schwärmte. So jedenfalls erzählte es mir seine Frau einige Tage später. Kein Abend würde mehr vergehen, ohne dass Monsieur Gress nicht erwähnt wie herzlich er in Stuttgart empfangen wurde.

„Lieber Monsieur Gress, wirklich gern geschehen. Jederzeit wieder.“

Große Anerkennung an den Granseigneur des Stuttgarter Photojournalismus Frank Eppler für die genialen Aufnahmen. Mehr von ihm unter www.foto-eppler.de Die Bildergalerie gibt’s hier.

Vielleicht eine der schönsten Orte, die der Fußball zu bieten hat: die Libero Bar in Winterthur. Dort durfte ich an der Seite von Mämä Sykora, dem Chef des Fußballmagazins Zwölf lesen. Heinz Diener lies mich im Landboten, Winterthur glimpflich davon kommen: „Als Sautter von weiteren Erfindungen erzählt, tönt ein Kichern aus dem Publikum. Es werden Schwabenwitze gerissen.“

 

Jetzt mal ehrlich: Darauf habe ich mich schon lange gefreut. Noch letzten Herbst hat Gress einen Besuch in Stuttgart kurzfristig absagen müssen. Jetzt kann nichts mehr dazwischen kommen. Gress kommt zurück. Sicher. Nach dem er als Fußball-Spieler bekannt, als Trainer berüchtigt, als TV-Experte geschätzt und als Show-Juror berühmt wurde (Letzteres zumindest in der Schweiz), gibt er uns jetzt im fischlabor die Ehre.

Häufig wurde in Stuttgart über eine Rückkehr von Gress gesprochen. Über fast zwanzig Jahre hinweg stand sein Name immer auf der Kandidatenliste, wenn der VfB einen Trainer suchte. Also ziemlich oft. VfB-Präsident Mayer-Vorfelder hatte den Kontakt zu seinem ehemaligen Starspieler nie abreißen lassen. Er war sich sicher: Der Publikumsliebling wird eines Tages nach Stuttgart zurückkehren. Auch den Journalisten gefiel die Idee eines VfB-Trainers namens Gress. Sie hätten ihn gerne wieder hier gehabt. Wo er war, gab es schließlich immer etwas zu schreiben. Trotz allen guten Willens: Gress kam nie wieder zurück, zumindest nicht als Trainer. Warum eigentlich?

Das – und vieles andere – werden wir ihn fragen. Beim Heimspiel mit Gilbert Gress…

am 14.3, 20.00 Uhr
im fischlabor, Ludwigsstraße 36, Stuttgart-West,
Eintritt frei

Technische Hinweise:

Reservierungen bitte per PN an mich (also hier) oder an Mike vom fischlabor. Die Plätze werden bis 19.30 Uhr freigehalten. Zu Ehren unseres Stargastes bleibt die Fußball-Loge rauchfrei (ausnahmsweise).

Jaja, ist ja schon gut, gestern Abend habe ich schon genug gesprochen – und möglicherweise auch manches, was ich besser nicht gesagt hätte. Darum bleib ich mal ganz ruhig – und gebe nur wieder, was Moritz Werz über die Podiumsdiskussion von fupa.net geschrieben hat. Trotz meiner Mitwirkung: eine sehr anregende Veranstaltung. Danke für die Einladung an Moderator Maisel von Veranstalter fupa.net, danke für die guten Bürger an das Team vom SV Eintracht Stuttgart. Hier der Bericht von Moritz Werz:

„Die Atmosphäre im Amateurfußball ist einfach toll“

4688489Von wegen den Amateuren geht die Luft aus: „Fußball ist geil!“, sagt Bernd Sautter, ein Kenner der Szene, „wir können überall spielen – wenn es sein muss, auch auf der Obstwiese. Dann sind halt die zwei Bäume unsere Tore.“

Kurzweilig, ohne verbale Fouls, verlief die Talkrunde „Gleiche Höhe“ im Vereinsheim des SV Eintracht Stuttgart. Thema des rund 90 Minuten dauernden Gesprächs: „Quo vadis, Amateurfußball?“ Hoch droben, in Degerloch, unterm Fernsehturm, stellten Sautter, dessen Heimatklub der TSV Aurich ist, Gökhan Dogan, Trainer des Stuttgarter Bezirksligisten Sportvg Feuerbach, und Philipp Maisel, der Projektleiter des Fußballportals „FuPa“, den Reiz und die Begeisterung des Amateurfußballs heraus.

Als Vertreter des Fußball-Bezirks Stuttgart mit am Ball: Harald Müller (TB Untertürkheim). Der ehemalige rechte Verteidiger ging vor knapp 30 Zuhörern in die Offensive: „Der Fußball kommt nun mal von unten, das ist die Basis. Hier gibt es die Grundlagen. Und die Atmosphäre im Amateurfußball ist einfach toll.“

4688492Gökhan Dogan, seit März 2015 für die Nord-Stuttgarter aktiv und zuvor der sportliche Übungsleiter beim FC Stuttgart-Cannstatt, ging sogar noch einen Schritt weiter: „Man kann den Alltag und die Probleme ausblenden – das ist Fußball.“

Bernd Sautter, „Groundhopper (zu deutsch „Spiel-Hüpfer“), reist leidenschaftlich gerne, sammelt Fußballplätze und -stadien: „Wer den Virus Fußball hat, kriegt ihn zeitlebens nicht mehr los. Ich bin mir sicher: Der Fuß ist eigentlich gemacht, um gegen den Ball zu treten.“

Humoristische, kabarettistische Züge hatte die vom Fußballportal „FuPa“ wieder ins Leben gerufene Talkreihe „Gleiche Höhe“ im Guts-Muths-Weg angenommen – sportlich, gute Unterhaltung war Trumpf. Schräglage, so heißt die Betreiberfirma des Sportheims vom SV Eintracht Stuttgart. Leichte Schräglage kam in den Räumen hinterm Gazi-Stadien nur einmal auf. Als es um den strittigen Punkt ging, wie schädlich Sonntag-Nachmittagsspiele im Profibereich für den Amateurfußball sind. „Wir haben Probleme, wenn der VfB sonntags spielt“, räumte Harald Müller ein, „müssen bis zu sieben Spiele verlegen, von Vereinen, die rund um die Stuttgarter Arena zu Hause sind.“ Bernd Sautter, der so manch‘ spannende Fußball-Geschichte in Baden-Württemberg kennt, beruhigt den Bezirkschef: „Freilich könnte die DFL den Kumpels an der Basis helfen. Ich bin mir aber sicher, auch wenn die These leicht gewagt ist, der Amateurfußball wird in Zukunft wieder steigende Popularität erfahren.“

P1030585Einig waren sich die Fußball-Talker in einer anderen Sache – „Amateurfußball war früher mehr“! Einst galt das Sportheim der Vereine als der zentrale Treff, Geselligkeit war Trumpf. Die Gesellschaft, das Freizeitverhalten mag sich gewandelt haben. Angst um die Zukunft braucht sich die schönste Nebensache der Welt jedoch nicht zu machen – dem Fußball geht so schnell nicht die Luft aus.

Harald Müllers Appell: „Unsere Vereine müssen herausstellen, was sie auszeichnet. Warum dabei nicht auch andere Abteilungen mit einbinden.“

Sie haben noch nicht genug vom Amateurfußball-Talk „Gleiche Höhe“? Reinklicken: www.fupa.net

(Vielen Dank an Moritz Werz für die feinen Zeilen, merci an das Team von fupa.net für Einladung, Film und Bilder)