Original und Fälschung. Gestern postete das Magazin 11Freunde ein Bild des angeblichen Mannschaftsbuses der WM74. 11Freunde-Leser Christian und sein Kumpel Fred hätten ihn in Teheran entdeckt. Nettes Urlaubsbild, feines Fundstück, fürwahr.

Aber natürlich nix dran. Der Bus aus Teheran ist etwa so original wie eine Biggenstock Sandale, die man im Bangkok Touristenmarkt für 7 Bath Fuffzich ersteht. Arnd Zeigler hat das bereits in seiner gestrigen Sendung entlarvt. Wer nochmal selbst vergleichen will, dem sei ein Besuch im Mercedes-Benz Museum empfohlen. Dort steht zwar nicht das Original, aber ein Nachbau, der in jahrelanger Kleinarbeit von peniblen Ingenieuren nachgebaut wurde. Wer sich den Besuch im Museum sparen möchte: Natürlich steht in meinem Buch die ganze Wahrheit über den Bus. Auf vier Seiten. Inklusive der Sitzbezüge.

Für Freunde von Suchbildern, hier ein Bild von Mercedes-Benz (C) und darunter der schöne Fake aus Teheran. Also bitte: Auf dem Boden bleiben, liebe Hobby-Historiker.

Bus Daimler Bus Teheran

 

 

„Ein Herz für Fußball“ überschreibt der Beobachter seinen Bericht. Tatsächlich war es ein Vergnügen in Begleitung des bemerkenswerten Jazz-Pianisten Ingo Illerdelta aufzutreten. Kürzlich im Künstlerhaus in Ulm. Vielen Dank an Reiner Schlecker, der den wilden Fußball-Abend organisiert hatte. Ihm habe übrigens auch meine Geschichte aus Auwald zu verdanken.

Die Extra-Überraschung. Reiner Schlecker hatte noch ein wenig Original-Material aus Auwald dabei. Prädikat: Sehr wertvoll. Die historischen Dokumente und Aufnahmen habe ich unter Freudentränen und großer Rührung in die Galerie gestellt.watch A Dog’s Purpose 2017 film now

Hier der Erlebnisbericht vom Freitagabend aus dem Künstlerhaus:

Kein Ball ist rund bei der Holzbildhauerin Katrin Zuzáková. Dafür recken sich ihre Figuren und Tempelskizzen schlank in die Höhe. Inmitten dieser surrealistischen Ensembles im Künstlerhaus bietet ein Autor Geschichten von legendären Steil- und Sinkflügen aus dem Bannkreis der Fußballplätze Baden-Württembergs: „Heimspiele“ war ein gut besuchter Lese-Abend, den Ingo Illerdelta am E-Piano mit Stadionmusik besonderer Sorte würzte.

Bernd Sautter, gelernter Fotodesigner und Werbekaufmann, bringt seine Fußball-Storys als schwäbischer Autor mit Herzblut an den Mann. Mit kabarettreifen Einlagen umkurvt er sein Lese- und Beamerpult. Was war, kommt vielleicht wieder. Ein Fußballklopapier mit Rasenduft. Ulm, wo man in Joe’s Getränkeladen auf dem Eselsberg noch immer die alten Mosaike der Hoeneß-Metzgerei entdecken kann, ist Sautters Nebenschauplatz für „schnell aufsteigen und legendär fallen“. Ingo Wiest, den sein „Illerdelta“ in der alten Heimat Vöhringen nach Berliner Exiljahren längst wieder eingeholt hat, findet nach „Bin I Radi“ zu seiner Königsdisziplin, dem Blues. Da kreiselt die Ballade abgrundtief rund – mit dieser schwarzen Seele, die den Aufschrei nicht zu imitieren braucht. Gern hätte man mehr gehört von diesem urigen Boogie-Künstler.